Banken horten Geld in Rekordhöhe
(dso) Das Misstrauen der Banken untereinander steigt immer weiter an. Dies geschieht, obwohl es bereits ein konzentriertes Vorgehen der Zentralbanken gegen das Misstrauen auf den Märkten gibt. Das Geld wird bei der Europäischen Zentralbank angelegt, anstatt es untereinander zu verleihen.
Es wird so viel Geld bei der EZB angelegt wie schon seit 1,5 Jahren nicht mehr. Am 2. Dezember beispielsweise stiegen die Anlagen auf 313,8 Milliarden Euro an. Es handelt sich um viel mehr Geld, als es normalerweise üblich wäre. So hoch wie seit mehr als 9 Monaten nicht mehr sei dabei sogar das Geld, dass sich die Geschäftsbanken von der EZB leihen. Diese Summe stieg über Nacht von 4,6 auf 8,6 Mrd. Euro an. Kurzfristige Anlagen erfolgen bei der EZB wie hierbei erkennbar ist. Dabei gibt es dort vergleichsweise schlechte Konditionen im Vergleich zu der Anlage bei anderen Banken. Nur die Unsicherheit auf den Märkten sorgt für die „schlechte Anlage“.
Das Misstrauen ist so weit fortgeschritten, dass die Interaktionen der Banken nahezu zum Erliegen gebracht worden sind. Aus diesem Grund haben sich die 6 größten Zentralbanken zusammengeschlossen, um die Konditionen zum Geldleihen zu verringern. Mit dieser Maßnahme soll das Vertrauen innerhalb der Banken wieder gestärkt werden. Es wurden weitreichende Maßnahmen ergriffen: Die Dollar-Liquidität wurde gesenkt. Damit ist die Möglichkeit des Eintritts in den amerikanischen Geldmarkt wieder etwas gestiegen. Hintergrund waren hohe Eintrittsbarrieren. Dazu gehört die Tatsache, dass europäische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit zum Leihen von Dollar genügten.
Wir dürfen gespannt sein, ob die Vorkehrungen der Zentralbanken greifen und das Vertrauen zwischen den Banken wieder ansteigt. Es ist existenziell für eine Beendigung der aktuellen Schuldenkrise und der heutigen Wirtschaft. Daneben sind aber laut Expertenmeinung noch weitere konzentrierte Vorgehen notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Quelle: fondsprofessional.de vom 05.12.2011
