Herabstufung der Deutschen Bank
(nth) Von der Ratingagentur Moody’s gibt es schlechte Nachrichten für die Deutsche Bank. Es wird befürchtet, dass sie sich zu sehr verschuldet und zu hohe Risiken eingeht. Die Übernahme der Postbank spielt hier auch eine große Rolle.
Die Deutsche Bank wird bei Moody’s um zwei Bonitätsnoten herabgestuft auf „Aa3“. Von Moody’s bekommt sie damit die viertbeste Note. Der Grund liegt, so die Agentur, in den Risiken im Kapitalmarktgeschäft der Frankfurter und die sich schleppend vollziehende Übernahme der Postbank. Diese Entscheidung gab Moody’s am Donnerstagabend bekannt.
Für Josef Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank, sind das schlechte Nachrichten. Zum einen verschärfen Regierungen und Notenbanken nach und nach ihre Fiskal- und Geldpolitik und zum anderen wird an härteren Eigenkapitalvorschriften gearbeitet. Ackermann hatte bereits bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2009 keine so rosigen Aussichten gegeben.
Die große Investmentsparte der Deutschen Bank macht sie stark vom Kapitalmarkt abhängig. "Wir gehen davon aus, dass es für die Deutsche Bank schwerer werden wird, ihre Ertragsziele zu erreichen, wenn der Wettbewerb im Kapitalmarkt wieder härter wird", teilte Moody's mit. "Wir haben die Sorge, dass die Deutsche Bank sich deshalb stärker verschuldet und noch mehr Risiko eingeht. Das wiederum wäre eine Bedrohung für die Gläubiger."
Die schrittweise Übernahme der Postbank (von Ackermann bereits im September 2008 angekündigt) wird von der Ratingagentur ebenfalls als sehr kritisch betrachtet. "Die Postbank selbst ist mit großen Risiken konfrontiert. Letztere stammen aus strukturierten Wertpapieren und gewerblichen Immobilienkrediten", schrieben die Moody's-Analysten. "Das könnte dazu führen, dass sich die Integration der Postbank verzögert. Die Vorteile der Übernahme könnten dann nicht wie erhofft realisiert werden." Das Rating der Postbank hatte Moody's bereits zuvor auf die fünfbeste Note A1 herabgesetzt.
Schon im Ergebnis des vierten Quartals machte sich die schwierige Entwicklung bemerkbar. Der Nettogewinn ging von 1,39 Mrd. Euro auf 1,3 Mrd. Euro (trotz enthaltener Steuergutschrift von 554 Mio. Euro) zurück und die Erträge im Investmentbanking von 4,4 Mrd. Euro auf 2,9 Mrd. Euro. "Das ist eine momentane Übergangsdelle, kein Trend.", so Ackermann. Das Handelsergebnis der Bank habe sich sehr positiv entwickelt.
Quelle: Financial Times Deutschland online vom 04.03.2010
