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08.03.10

Lokomotivenfonds


Lokomotivenfonds

(nth) Dienstleistungen im Güterverkehr bieten mittlerweile, neben der Deutschen Bahn, einige hundert Unternehmen an. Northrail, ein Gemeinschaftsunternehmen des Seehafens Kiel und des Emissionshauses Paribus, gehört dazu. Der Schwerpunkt bei Northrail liegt in der Beschaffung und Vermietung von Lokomotiven für Rangier- und Zubringerdienste, sowie dem Güterverkehr auf der so genannten „letzten Meile“. Die Investitionsmittel der Northrail stammen aus dem Fonds „Rail Portfolio“ des Emissionshauses, der im Sommer 2008, kurz vorm bisherigen Höhepunkt der Finanzkrise, an den Start ging.

Natürlich blieb der Fonds davon nicht unbeeindruckt. Die Einwerbung von Mitteln ging langsamer voran als geplant, war aber erfolgreich. In der Zwischenzeit hat Paribus das Investitionsvolumen von 30 auf bis zu 35 Millionen Euro erhöht und den Investitionsgegenstand auf Elektroloks für den Güterverkehr erweitert. Der Fonds ist auch weiterhin auf Einkaufstour. Die Gelegenheit sei günstig, heißt es bei Paribus: Hätte man in der Planungsphase noch lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, wären die Marktverhältnisse jetzt wieder umgekehrt und das würde sich auf die Preise auswirken. Mit den nach Ausbruch der Krise günstig erworbenen Lokomotiven hätten sich die höheren Ausgaben der Anfangszeit ausgleichen lassen.

Die noch anhaltende Unsicherheit wirkt sich positiv auf die Nachfrage bei Northrail aus. Firmen mit einem hohen Frachtverkehr halten ihren Lokpark klein und mieten lieber dazu. Aber die Mietzeiten haben sich deutlich verschoben. Kurzfristige Mietverträge machen einen hohen Anteil aus. Knapp 80 Prozent der Loks sind kürzer vermietet als 12 Monate, bei fast der Hälfte sind es weniger als 6 Monate. Ursprünglich war eine ausgewogene Struktur der Mietvertragslaufzeiten angestrebt worden. Das sei aber kein Problem. Zwar bedeutet es mehr Arbeit für das Northrail-Management, aber keine Mehrkosten für die Fondsanleger, da die Vergütung der Northrail pauschal erfolge. Und die Nachfrage sei weiter gut.

Die prognostizierte Ausschüttung von 8 Prozent jährlich hat der Fonds bisher im Quartalsrhytmus geleistet und gerade für das Krisenjahr 2009 sei man mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden, sagt Thomas Böcher, Geschäftsführer von Paribus Capital. Die Mindestanlage liegt, inklusive eines Agios von 5 Prozent, bei 10.500 Euro. Zurzeit ist der Fonds ein reiner Eigenkapitalfonds. Eine Aufnahme von Fremdmitteln bis zu 60 Prozent der Gesamtinvestitionen wird aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Wie bei den meisten Geschlossenen Fonds hängt auch der Erfolg des Lokomotivenfonds, dem demnächst ein zweiter folgen soll, letztlich von den Verkaufserlösen ab. Im Hinblick auf die derzeit niedrigen Preise für Lokomotiven mag dies als Risikofaktor erscheinen. Indes ist die Laufzeit des Fonds grundsätzlich unbestimmt. Erstmals aufgelöst werden kann er zum Ende des Jahres 2023. Es wird also genügend Chancen zur Erholung geben. Aber es macht auch deutlich, dass sich Anleger auf eine unternehmerische Beteiligung mit all ihren Risiken einlassen. Die Preise können sich zwischenzeitlich erholen, womöglich aber 2023 gerade wieder ein zyklisches Tief erreichen. Insofern sollte man flexibel reagieren und nicht immer nur auf das Jahr 2023 blicken.

Quelle: FAZ.Net vom 01.03.2010


 

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