Home » News » Newsdetails
09.03.10

Regierung beschneidet die Solarförderung


Regierung beschneidet die Solarförderung

(nth) Zwar möchte niemand auf die Photovoltaik-Technik verzichten, aber der Markt wird als heikel angesehen. Damit sich das ändert, werden nun die Fördermittel gekappt. Darüber freuen können sich aber nur wenige. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht erneut viele Existenzen bedroht.

Das Bundeskabinett hat tatsächlich die angekündigten Kürzungen zur Förderung neuer Solardächer wahr gemacht. Ab dem 1. Juli gibt es 16 Prozent weniger Solarförderung. Bereits zu Jahresbeginn gab es eine Kürzung um 25 Prozent auf 33 Cent pro Kilowattstunde. Für eigengenutzten Strom erhöht sich der Bonus aber von drei auf acht Cent je Kilowattstunde für Anlagen bis zur Größe von 800 Kilowattstunden.

Der zuständige Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erklärte nach der Kabinettssitzung: „Der beschlossene Entwurf ist ausgewogen und wird dazu beitragen, dass die Photovoltaik aus ihrer Nischenposition zu einer relevanten Größe im Energiemix der verschiedenen Energieträger werden kann.“ Beim zentralen Zukunftsmarkt Solarenergie habe der derzeitige Marktpreisverfall um bis zu 40 Prozent bei Photovoltaikanlagen zu einer Überförderung und zu wirtschaftlichen Fehlanreizen geführt. Aus diesem Grunde würde die Vergütung der Marktenwicklung angepasst.

In 2009 wurden ca. 3 000 Megawatt von neuen Solaranlagen erzeugt. Laut Umweltministerium sind insgesamt Anlagen mit einer Leistung von rund 9 000 Megawatt in Betrieb. Rund 100 Solarunternehmen hätten Schätzung zufolge ca. neun Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und sicherten gemeinsam mit dem entsprechenden Handwerk 60 000 Arbeitsplätze.

Seehofer mahnte in München: „Eine zu abrupte und drastische Kürzung birgt die Gefahr schwerer Marktverwerfungen und bedeutet den Verlust wertvoller Arbeitsplätze in einer hochmodernen Branche.“ Vom Grünen-Chef Cem Özdemir wurde die Sorge geäußert, dass Deutschland seine 60 000 bis 70 000 Arbeitsplätze in der Solarbranche nicht würde halten können. „Die Solaranlagen werden auch künftig auf die Dächer kommen – aber die kommen dann aus China“, sagte er. BSW-Solar-Präsident Günther Cramer forderte Nachbesserungen des Gesetzes: „Die Technologieführerschaft bei einem der wichtigsten Zukunftsmärkte und die Existenz Tausender der in den letzten Jahren neu geschaffenen 60 000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.“

Quelle: Focus Money online vom 03.03.2010


 

Newsletter

Bleiben Sie mit unserem ständig aktualisierten Newsletter immer bequem auf dem Laufenden.